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Implantologie – Behandlung und Behandlungsablauf

Gast-Autor: Dr. Alexander Sobiegalla, Zahnarzt und Experte für Implantologie, www.praxis-sobiegalla.de

Ratgeber Implantologie - Behandlung und BehandlungsablaufDie Versorgung einer Zahnlücke oder eines zahnlosen Kiefers mittels Implantaten ist die Wunschbehandlung fast aller Patienten. Die Implantologie stellt dabei die aktuell modernste und hochwertigste Methode des Zahnersatzes dar. Vor der Behandlung erfolgen ein aufklärendes Gespräch, eine Voruntersuchung und eine eventuelle Vorbehandlungen. Der Zahnarzt verschafft sich dabei einen Überblick über die Knochen- und Kieferverhältnisse, um das Zahnimplantat fest im Kiefer verankern zu können. Die gesamte Behandlung der Implantologie ist in verschiedene Phasen unterteilt. Der Behandlungsablauf gliedert sich im Normalfall so:

  1. Voruntersuchung und Beratung
  2. Planung und Vorbehandlung/Professionelle Zahnreinigung
  3. Einsatz des Zahnimplantats
  4. Einheilen des Implantats
  5. Anbringen des Aufbaus
  6. Nachbehandlung

Voruntersuchung und Beratung

Im ersten Schritt führt der Zahnmediziner ein Beratungsgespräch mit dem Patienten. Dabei erklärt er individuell, wie die implantologische Behandlung abläuft und welche Zahnersatzmöglichkeiten bestehen. Er verschafft sich zudem einen Überblick über die Krankheitsgeschichte des Patienten. Anschließend erfolgt die Voruntersuchung. Dafür werden Zähne und Mundhöhle untersucht, Röntgenbilder und in der Regel eine dreidimensionale Kieferdarstellung angefertigt sowie der Kiefer vermessen. Der klinischen und bildgebenden Befunderhebung entsprechend wird ein gesamter Therapieplan erstellt und es wird entschieden, ob Vorbehandlungen (z.B. ein Knochenaufbau, eine Parodontitistherapie, eine Sanierung kariöser Zähne usw.) notwendig sind.

Information: Knochenaufbau

Wie der Name schon sagt, handelt es sich um den Aufbau des Kieferknochens. Ist dieser in seiner dreidimensionalen Konfiguration für das Einbringen eines Implantates nicht ausreichend, so wird ein künstlicher Aufbau des Gewebes erforderlich. In dem Zusammenhang können autologer (körpereigener) Knochen oder Knochenersatzmaterialien verwendet werden. In manchen Fällen ist auch eine Behandlung mit Eigenblut (A-PRF Methode nach Dr. Choukroun) ausreichend. Hierfür wird dem Patienten vor der Behandlung eine geringe Menge Blut entnommen und zentrifugiert. Die entstandene Matrix dient als Knochenersatzmaterial. Diese Methode ist nicht nur minimalinvasiv, sondern auch autolog und dadurch absolut biokompatibel.

Planung und Vorbehandlung

Ob und welche Vorbehandlung notwendig ist, hängt vom oralen Zustand ab. Dies ist sehr individuell und kann nicht pauschalisiert werden. Eine Vorbehandlung wird beispielsweise dann durchgeführt, wenn kariöse oder nicht erhaltungswürdige Zähne vorzufinden sind und/oder eine Parodontitis diagnostiziert wird. In der Regel wird auch eine professionelle Zahnreiningung durchgeführt, um sicherzustellen, dass sich vor dem operativen Eingriff keine Beläge an den Zähnen befinden die zu einer Störung der Wundheilung führen könnten.

Die genaue Planung des implantologischen Behandlungsablaufs ist abhängig vom Gesamtbefund. Dabei legt der Mediziner die Länge und Breite der Implantate fest und bestimmt, wie breit und tief das Bohrloch sein muss. Bei Bedarf lassen sich auch Bohrschablonen anfertigen, welche die exakte Position, einen präzisen Winkel und sichere Tiefe garantieren. Bei diesem Schritt arbeitet der Zahnarzt eng mit einem Zahntechniker zusammen.

Unterschiede gibt es heute auch bei der Auswahl des Implantatmaterials. Dabei stellen Keramikimplantate eine biologische Alternative zu den herkömmlichen Titanimplantaten dar. Die meist einteiligen Systeme können in der Regel sofort nach der Zahnextraktion gesetzt und häufig auch direkt mit einem provisorischen Ersatz versorgt werden. Dadurch können der Knochen- und der Weichgewebeabbau stark reduziert werden. Die Zeit der Gesamtversorgung halbiert sich in diesem Falle, die Ästhetik bleibt unverändert und die Funktion erhalten.

Einsetzen des Zahnimplantats

Das Zahnimplantat wird im Regelfall unter örtlicher Betäubung eingesetzt. Unter Umständen kann auch eine Sedierung (Lachgas, Dormicum etc.) oder eine Vollnarkose infrage kommen. Die implantologische Behandlung kann auf zwei Arten erfolgen, die abhängig vom klinischen Befund des Patienten ist:

  • Das Implantat wird an der entsprechenden Stelle eingesetzt. Anschließend wird ein provisorischer Aufbau angebracht (Einschrittverfahren)
  • Das Implantat wird an der entsprechenden Stelle platziert. Anschließend wird es mit Zahnfleisch überdeckt. Der Aufbau wird erst zu einem späteren Zeitpunkt angebracht (Zweischrittverfahren)

Bei beiden Schritten verschafft sich der Zahnarzt zuerst Zugang zum Knochen, indem er die Mundschleimhaut inzidiert. Dann wird das Implantat mit oder ohne Bohrlochschablone eingesetzt. Danach bringt der Zahnarzt eine Verschlusskappe ein und vernäht die Wunde. Um einen provisorischen Zahnersatz herstellen zu können, wird ein Abdruck vom Mundraum genommen. Manchmal ist es notwendig, diesen in den nächsten Wochen anzupassen, da sich das Gewebe beim Verheilen verändert und nicht mehr mit dem ursprünglichen Abdruck übereinstimmt.

Einheilphase

Die Einheilphase dauert durchschnittlich drei bis sechs Monate, abhängig von dem persönlichen Heilungsverlauf und der Knochenqualität. In den meisten Fällen lässt sich der provisorische Zahnersatz sofort leicht belasten. Manchmal muss das Implantat jedoch unbelastet einheilen.

Anbringung des Aufbaus

Einteilige Implantat-Systeme

Bei einteiligen Systemen (Aufbau und Implantatkörper sind an einem Stück) wird der orale Anteil des Implantates präpariert. Anschließend erfolgt eine Abdrucknahme oder ein Scan der Situation. Selbiger wird einem zahntechnischen Labor zur Verfügung gestellt. Der Zahntechniker kann daraufhin die Herstellung der Krone bzw. des Implantatgetragenen Zahnersatzes vornehmen.
Bei einteiligen Implantat-Systemen (Keramik-Implantaten) kann das Implantat sogar direkt nach dem Einsetzen wie ein eigener Zahn präpariert und mit einem Provisorium versorgt werden.

Zweiteilige Implantat-Systeme

Sobald das Implantat vollständig eingeheilt und fest im Knochen verankert ist, erfolgt die Anbringung des Aufbaus. Dafür legt der Zahnmediziner unter örtlicher Betäubung mit einem kleinen Schnitt in der Schleimhaut das Implantat frei. Dann setzt er den Gingivaformer, die Einheilkappe auf. Um diese herum formt sich das Zahnfleisch wie um einen natürlichen Zahn. Anschließend nimmt er mittels Abdruckpfostens einen Abdruck und lässt von einem Zahntechniker den endgültigen Zahnersatz anfertigen.

Abschließend schraubt oder zementiert der Mediziner das Implantatabutment in die künstliche Zahnwurzel. Dieses dient als Verbindungselement zwischen Implantat und Zahnersatz. Darauf lässt sich nun die nach Vorlage des Abdrucks angefertigte Zahnkrone, Brücke oder Zahnprothese anbringen.

Nachbehandlung

Nach der Implantologie Behandlung ist eine gründliche Zahnhygiene und regelmäßige Nachsorge sehr wichtig. Denn die künstlichen Zahnwurzeln können bei guter Pflege ein Leben lang funktionstüchtig bleiben. Über die richtige Zahnpflege, effiziente Hilfsmittel und Nachsorgemaßnahme informiert der Zahnarzt seine Patienten vor oder nach der Therapie. Eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung ist für das Implantat ebenso empfehlenswert wie für natürliche Zähne.

Ellen Gaber

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